Kalenderblatt Januar 2011 des Steuerbüros Sticher - Thema: Praxisgründung / Existenzgründung ... aber richtig!

 

Der Weg


Bereits im Anfangsstadium Ihrer Gründungsidee anfallende Kosten sind konsequent zu erfassen um eine mitunter erhebliche Steuerersparnis zu sichern.


Diese Vorlaufkosten werden als vorweggenommene Betriebsausgaben bezeichnet, da sie durch die spätere Selbständigkeit veranlasst sind.

 

Beispiel Reisekosten / Verpflegungsmehraufwand / Übernachtungskosten:

Durch die Erfassung der gefahrenen Kilometer sowie der Abwesenheitszeit und der Archivierung der Übernachtungsrechnung können alle Fahrten im Zusammenhang mit Ihrer Gründung steuerlich geltend gemacht werden.

So werden pro gefahrenen km € 0,30 in Abzug gebracht.

Soweit Ihre Abwesenheitszeit länger als 8 Std. beträgt sind zudem € 6,00 pauschal für Verpflegung abzugsfähig; bei mehr als 14 Std. erhöht sich der Betrag auf € 12,00, bei mehr als 24 Std. auf € 24,00.


Der Business Plan

 

Herzstück in der Umsetzung Ihres Gründungsvorhabens ist der Business Plan. In diesem setzen Sie die Grundidee in ein Zahlenwerk um, ermitteln den Investitions- und Betriebsmittelbedarf sowie die notwendige Finanzierung.


Im Rahmen der Gründungsüberlegung haben Sie sich u.a. im Hinblick auf Erwerb eines bereits bestehenden Unternehmens / Praxis oder der Neugründung zu entscheiden. Trotz einer höheren Finanzierung sowie eines damit verbundenen höheren Kapitalbedarf, kann die Übernahme eines Unternehmens / einer Praxis sinnvoll sein, da ein guter Marktwert zugleich einen ausreichenden Klienten- / Patientenstamm darstellt. Hieraus kann sich ein geringerer Betriebsmittelbedarf ergeben, da von der Eröffnung bis zum ersten Liquiditätszufluss ein kürzerer Zeitraum überbrückt werden muss.


Das verflixte 4. Jahr

 

Von besonderer Relevanz in den ersten Gründungsjahren ist der sog. "Steuer-Super-GAU". Diese Bezeichnung beruht auf der Tatsache, dass in den ersten Jahren der Gründung regelmäßig steigende Gewinne erzielt werden, die anfänglich zu keiner oder nur einer geringen Steuerbelastung führen. Unter Berücksichtigung der Abgabefristen erlangt das Finanzamt erst nach spätestens 24 Monaten von der Gewinnsituation Kenntnis, sodass sich bis dorthin eine enorme Steuerverbindlichkeit aufgebaut hat.

 

Das nachfolgende Bsp. soll diese Entwicklung verdeutlichen:

 

Jahr 1 (Übernahme- bzw. Gründungsjahr)

Gewinn

€ 85.000,00

zu versteuerndes Einkommen

€ 75.000,00

Einkommensteuer (Splittingtab.)

€ 15.000,00

 

Keine Steuervorauszahlungen im 1. und 2. Jahr,

da Abgabe der Steuererklärung vom Jahr 1 am 31.12. des 2. Jahres.


Nachz. Steuer 1 i. April d. 3. J.

€ 15.000,00

nachträgliche VZ Steuer 2

€ 15.000,00

Vorauszahlung Steuer 3

€ 15.000,00

Gesamtsteuerbelastung i. 3 J.

€ 45.000,00

 

 

 Jahr 2

Gewinn

€ 150.000,00

zu versteuerndes Einkommen

€ 140.000,00

Einkommensteuer (Splittingtab.)

€  43.000,00

 

 

Abgabe Steuererklärung vom Jahr 2 am 31.12. des 3. Jahres.

 

Die Gewinne der Folgejahre betragen ebenfalls € 150.000,00.

 

Nachz. Steuer 2 i. April d. 4. J.

€ 28.000,00

nachträgliche VZ Steuer 3

€ 28.000,00

Vorauszahlung Steuer 4

€ 43.000,00

Gesamtsteuerbelastung i. 4 J.

€ 99.000,00

 


Wie aus dem vorstehenden Beispiel hervorgeht ergibt sich im 4. Jahr nach Gründung eine Einkommensteuerbelastung i.H.v. rd. € 99.000,00. Dies entspricht rd. 66% des Gewinns im laufenden Jahr.

 

Im Zeitverlauf ergibt sich somit nachfolgende Entwicklung:

 


Wir freuen uns, Ihnen weitergehende Informationen in einem persönlichen Gespräch geben zu können.

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